USA/F/IR 2010, 105 Min, Persisch mit deutschen Untertiteln
Nach außen hin passen sich die beiden Schülerinnen
Atafeh und Shirin den strengen Vorsätzen des öffentlichen Lebens in
Teheran an, doch im Untergrund treffen sie sich mit anderen Jugendlichen
auf geheimen Partys, experimentieren mit Sex und Drogen, tanzen zu
Technomusik und träumen von einem freieren Leben.
Bisher bildete auch Atafehs liberale Familie einen
Schutzraum gegen die Moralpolizei und ihre rigiden Vorschriften. Doch
als ihr Bruder Mehran nach einem Drogenentzug zurückkehrt und seinen
Halt mehr und mehr im religiösen Fundamentalismus findet, wird Atafehs
Freiheitsdrang auf eine harte Probe gestellt. Umso mehr, als Mehran
merkt, dass sie und Shirin mehr als nur gute Freundinnen sind …
Das Spielfilm-Debüt der US-amerikanisch-iranischen
Filmemacherin Maryam Keshavarz wirft einen tiefen Blick in die Situation
des iranischen Mittelstands, der im Sommer 2009 von der sogenannten
"grünen Welle" erfasst wurde. Auch wenn viele Vertreter des liberalen
Bürgertums die privaten Freiheiten mit öffentlicher Anpassung und Geld
verteidigen können, wird spätestens am bewegenden Beispiel der
lesbischen Liebesgeschichte von Atafeh und Shirin deutlich, dass ein
menschenwürdiges selbstbestimmtes Leben im Milieu des religiösen
Fundamentalismus nicht zu verwirklichen ist. Auf dem Sundance Film
Festival, wo der Film 2010 uraufgeführt wurde, erhielt der Film den
Publikumspreis.

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