CL/USA 2017,
104 Min, Deutsche Synchronfassung
Marina und
Orlando lieben sich und planen eine gemeinsame Zukunft. Sie arbeitet als
Kellnerin und singt leidenschaftlich gern, der 20 Jahre ältere Geliebte hat ihretwegen
seine Familie verlassen. Doch als die beiden nach Marinas ausgelassener
Geburtstagsfeier in einem Restaurant nach Hause kommen, wird Orlando plötzlich
leichenblass, reagiert nicht mehr. Im Krankenhaus können die Ärzte nur noch
seinen Tod feststellen.
Die
Ereignisse überschlagen sich: Marina sieht sich mit den unangenehmen Fragen
einer Kommissarin konfrontiert, und Orlandos Familie begegnet ihr mit Wut und
Misstrauen. Seine Noch-Ehefrau schließt sie von der Beerdigung aus; die
gemeinsame Wohnung, die auf dem Papier Orlando gehört, soll sie möglichst rasch
verlassen. Marina ist eine Transgender-Frau, und die Familie des Verstorbenen
fühlt sich durch ihre sexuelle Identität bedroht. Mit der gleichen Energie, mit
der sie früher dafür gekämpft hat, als Frau zu leben, pocht Marina nun
erhobenen Hauptes auf ihr Recht auf Trauer. Und wenn schon nicht ihre Umgebung,
so ist doch der Film ganz auf ihrer Seite und zeigt die zunehmend ins Abseits
gedrängte Protagonistin als starke, lebenskluge – fantastische – Frau.
Ein Meisterwerk aus Südamerika, ausgezeichnet
u.a. bei der Berlinale 2017 mit dem Silbernen Bären (Bestes Drehbuch) und dem
Teddy Award (Bester Spielfilm) sowie 2018 mit dem Oscar für den besten
fremdsprachigen Film.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen